Archive for the Aus der Fanszene Category

Offener Brief der Fanszene an den Verein!

Posted in Aus der Fanszene on Juni 19, 2011 by Dexter
Wehen verschwindet vom Trikot, hierzu nehmen die Fans wie folgt Stellung: Vorab ist bitte zu beachten, dass hier NICHT die Meinung aller, jedoch sehr vieler Fans, unter anderem der Weher Originale, Supremus Dilectio, Taunus Torpedos und Halbergtramps sowie vieler fanclubloser Anhänger des SV Wehen Wiesbaden widergespiegelt wird.
Nach einem Fantreffen im letzten Jahr, das unter anderem zum Thema Amstätter stattfand, wurde die mangelnde Informationspolitik des Vereins kritisiert. Das Präsidium und die Geschäftsführung haben uns daraufhin mehr Offenheit versprochen.
 
Herr Gräf, einerseits sprechen Sie davon, wie wichtig der Austausch mit den Fans sei und wie ernst Sie unsere Meinung nehmen. Andererseits wäre es, wenn Sie das wirklich ernst meinen würden, doch wohl vorab zu einem Gespräch gekommen. Zu einer Information. Vorher!  Nun kreisen – wieder mal – Gerüchte durch die Gegend.
Vielleicht hängt es tatsächlich von einem Sponsor ab, der die Unterschrift nur dann unter den Vertrag setzt, wenn nur Wiesbaden auf dem Trikot steht. Vielleicht ist das so. Sie werden einen Grund haben für diese Entscheidung. Nur mitgeteilt haben Sie ihn nicht. Synergieeffekte, Wettbewerbsvorteile, in dem das Wort Wehen wegfällt, erschließen sich uns nicht. Welchem potenziellen Sponsor ist das Wort Wehen so zuwider, dass es vom Hemd verschwinden muss (aus dem Vereinsnamen geht das ja nun nicht so ohne weiteres, aber eins nach dem anderen oder wie?). Ist die Botschaft dieser Aktion, dass die Kohle wirklich über allem steht? Wie viel ist unser Name wert, unser Verein. Hoffentlich hat sich dieser Coup wenigstens finanziell gelohnt.
 
Denn: Wehen im Herzen, Wiesbaden auf dem Trikot – wir glauben nicht, dass das für uns auf Dauer funktionieren wird.
Die Fans wurden wieder einmal vor vollendete Tatsachen gestellt. Friss oder stirb. Gibt’s halt mal wieder Palaver und in ein paar Wochen haben wir uns ausgetobt. Das gerade dieses Thema ein sehr heikles ist, hätte der Geschäftsführung doch klar sein müssen. Mit dieser Handlungsweise wird wieder einmal nur zu deutlich aufgezeigt, welchen Stellenwert der gemeine Fan hat. Was ein schlimmer Nebeneffekt sein wird, ist die erneute Spaltung der Fanszene. In jene, die damit keine Probleme haben und in jene, die befürchten müssen, so langsam die Bindung zum Heimatort zu verlieren. Dass hier keine zwei Meinungen akzeptiert werden, zeichnet sich bereits deutlich ab. Und das hätten SIE vermeiden können!
 
Bei manchen Vereinen steht der Vereinsname auf dem Trikot, oder gar nix, bei anderen der Spielort.  Richtig. Nun spielen die meisten Vereine eben auch in der Stadt, in der der Verein beheimatet ist. Selbst Meiderich ist ein Stadtteil von Duisburg. Hoffenheim wurde zwar in den 70ern eingemeindet, aber trotzdem steht nicht Sinsheim auf dem Trikot. Dass also die Konstellation des SV Wehen-Wiesbaden eine ganz besondere, vielleicht sogar einzigartige ist, lassen Sie bei Ihrer Argumentation außer Acht. Wir sind eben NICHT mit anderen Vereinen vergleichbar.
 
Ihr wollt Euch zum Spielort bekennen. Nach dem Aufstieg 2007 wurde der Spielort nach Wiesbaden verlegt, Die Lizenzspielerabteilung wurde ausgegliedert und in SV Wehen 1926 Wiesbaden umbenannt. Das Wappen wurde geändert. Wieviel Bekenntnis zum Spielort braucht es denn noch?
Sie wollen Sich von „altem“ verabschieden… Wie viel „Altes“ wird künftig noch verabschiedet werden? Keine Angst, wir wollen darauf keine Antwort – so wird auch niemand genötigt, uns wieder mal ins Gesicht zu lügen.
 
Nun wird auch klar, warum man ja ganz schnell die Dauerkarte zum alten Preis verlängern sollte. Wer weiß wie viele das nicht gemacht hätten, hätten sie von diesem Plan schon vorher gewusst. Nun ging die Bombe zu früh hoch. Am 06. Juni 2011 wurden die Fanclubvorsitzenden bei einem Treffen über die Ticketpreiserhöhung informiert. Übrigens: Es ist eine Frechheit, zu behaupten,  wir hätten da ein „Mitspracherecht“ gehabt! Die Preiserhöhung ist schon seit Wochen beschlossene Sache. Wir haben nicht diskutiert, wir wurden auch hier vor vollendete Tatsachen gestellt. Oder wollen Sie allen Ernstes behaupten, wir hätten hier etwas ändern können? Man könnte nach dem Artikel auf der Homepage und im WK durchaus den Eindruck gewinnen. Doch entspricht das nicht der Realität. Eine Richtigstellung wäre somit eigentlich nur fair uns Fans gegenüber.  Sie finden in Wehen keine Vorverkaufsstellen? Wundert Sie das wirklich?
 
Aber zurück zum eigentlichen Problem: Wir saßen da zusammen, aber kein Wort zu diesem Thema! Wieso nicht? Was glauben Sie, wie wir uns jetzt fühlen? Wir sind zwar nur kleine Fußballfans, aber trotzdem doch intelligent genug, dass man die Gründe hätte erörtern können. Ihr hättet Euch vorab erklären können. Und wer weiß: Vielleicht hätten wir die Motive sogar verstanden. Aber das habt Ihr nicht für nötig befunden.
 
Ihr zeigt uns immer und immer wieder, dass Ihr im Grund auf uns sch…, Hauptsache, wir zahlen Eintritt und singen schöne Lieder.
Vielleicht steht ja in Zukunft der neue Freundeskreis in N6 und Florian Rentsch macht den Capo.
 
– Die aktive Fanszene –
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Die Taunus Torpedos: Teil 5. Schlussbemerkung

Posted in Aus der Fanszene on März 28, 2010 by Klaus-Martin Scheuer

Hallo, liebe Fussballfreunde und Unterstützer des SV Wehen,

wie Ihr wisst, muss auch die beste Serie einmal reißen und so kommt auch unsere (1, 2, 3 und 4) mit ihrem fünften und letzten Teil zu ihrem Ende. Nachdem im letzten Artikel die Zersplitterung der Taunus Torpedos behandelt wurde, möchten wir nun zum Schluss kommen, verlieren ein paar kurze Worte zum Ist-Zustand und liefern noch einen kleinen Anhang zum Thema „Regensburg“. Weitere Bilder/Informationen finden sich auf unser hochaktuellen Webseite www.taunustorpedos.de. Für Informationen aus den alten Tagen des SV Wehen sei dem interessierten Leser die alte Archiv-Webseite des Sportvereins ans Herz gelegt. Wir hoffen, Euch hat diese kleine Tour durch die Geschichte der Weher Fanszene von den 80ern bis 2001 gefallen, vielleicht hat sich der ein oder andere angenehm erinnert. Dem jungen Supporter hoffen wir, einen Einblick in die Historie der Fanszene aus unserer Sicht gegeben zu haben.

Nur wer seine Vergangenheit kennt, wird die Zukunft meistern.“

(Johann Wolfgang von Goethe)

In diesem Sinne, viel Spaß mit dem letztem Artikel!

Euer Problembär.

5. Schlussbemerkung
Unsere Artikelserie sollte nur einen groben Überblick über die wichtigsten Ereignisse im Zusammenhang mit dem SV Wehen während der ersten aktiven Periode der Taunus Torpedos (1997-2001) geben und erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Im Gegenteil, es wurden nur wenige Höhepunkte aus einer ereignisreichen Zeit herausgepickt, die die wichtigsten Zusammenhänge beschreiben und einen Einblick in die damalige Zeit geben sollen.

Die Taunus Torpedos sind immer noch im Stadion und seit 2007 auch wieder mit altem Banner und 2 neuen Sets an „Taunus Torpedos“-Schals optisch als Torpedos präsent. Dem 2007 zur Einweihung der Brita-Arena verhängten „Aufnahmestopp“ neuer Mitglieder geschuldet, ist die Zahl der Mitglieder nicht gestiegen.

Zwei bis drei Torpedos sind bei jedem Heimspiel anwesend, auch auswärts sieht man sie unregelmäßig. Der „Präsi“ Sven fand auch wieder häufiger den Weg ins Stadion und es konnte mit einer munteren Gruppe aus fünf Torpedos, darunter auch der seit Jahren nicht gesehene begnadete Trommler Torben, ein ordentlicher „Old School“ Support geleistet werden.

Anhang: Die Beziehungen zu Regensburg

Während der SV Wehen in der zweigleisigen Regionalliga spielte, freundeten sich die Psychopathen mit dem Fanclub „Ratisbona Fanatica ’01“ aus Regensburg an. Beide Gruppen waren ultra-orientiert und im jugendlichen Alter, es gab einige gemeinsame Feiern und man unterstützte sich gegenseitig.

In der Aufstiegssaison 2006/2007 protestierten die Psychopathen gegen den Stadionumzug, die Namensumbenennung und den Wechsel des Vereinswappens. Ein Teil der Regensburger Fans unterstützte die Psychopathen in ihrem Kampf gegen den modernen Fußball. Hierbei sei angemerkt, dass ein Großteil der Halberggänger sie mit Unterschriften unterstützen.

Als der Kampf auf der Mitgliederversammlung 2007 und der dort beschlossenen Ausgliederung und Umbenennung, verloren wurde, lösten sich die Psychopathen kurze Zeit später auf und ab sofort war das neue „Produkt“ SV Wehen Wiesbaden einem Teil der Regensburger Fans unsympathisch.

Taunus Torpedos 97“ – „Support Wehen 08

Die Taunus Torpedos: Teil 4. Die dritte RL-Saison / Rivalität mit dem FSV Frankfurt / Zersplitterung der Torpedos

Posted in Aus der Fanszene on März 28, 2010 by Klaus-Martin Scheuer

Hallo, liebe Fussballfreunde und Unterstützer des SV Wehen,

es folgt der vierte Teil unserer kleinen Artikelserie (1, 2 und 3) aus den alten Tagen der Weher Fanszene. Diesmal geht es um neue Fanclubs, der Flucht des Kaba-Bärs und wie uns ein Protest das Hinterteil rettete.

Viel Spaß!

Euer Problembär.

4. Die dritte RL-Saison / Rivalität mit dem FSV Frankfurt / Zersplitterung der Torpedos

In dieser Saison gab es mal wieder eine Reform und es wurde die zweigleisige Regionalliga eingeführt, d.h. die 4 Ligen ( Nord, Nord/Ost, West, Süd) wurden auf 2 Ligen (Nord, Süd) reduziert. Dem Wunsch nach einer starken Trommel konnte ein spontanes Sammeln von Spenden nach einer Halbergpartie zuhelfen, 800 Mark waren gut angelegt und man donnerte bald mit einer rot-schwarz-gestreiften großen Trommel daheim und auswärts, so dass zumeist drei Trommeln anwesend waren.

In der Hinrunde trafen die Taunus Torpedos die schwierige Entscheidung, ab sofort komplett auf den Einsatz von Pyrotechnik zu verzichten, nachdem es ein paar Mal mit Bengalos und Rauchpulver übertrieben wurde (Brandflecken heute noch sichtbar).  Damit kam man auf Grund der bisherigen guten Zusammenarbeit einer Bitte des Vereins entgegen. Allerdings befürworteten diese Entscheidung nicht alle Mitglieder.

Da zudem einige Gründungsmitglieder der Torpedos aus beruflichen Gründen immer weniger Zeit für Fußball hatten, spaltete sich im Herbst 1999 eine Gruppe ab und gründete den Fanclub „Psychopathen 99“, der jetzt deutlich ultra-orientierter ausgerichtet war. Trotzdem war die Zusammenarbeit mit den Psychopathen eigentlich immer sehr gut. Man supportete z.B. immer noch gemeinsam und half bei der Durchführung von Choreographien. Am 10.02.2000 wurde dann der Fanclub „Die Halbergtramps“ gegründet, der ab sofort die Organisation von Auswärtsfahrten übernahm. Da es außerdem zwischen einigen Torpedos Mitgliedern private Differenzen gegeben hat, hatten die Torpedos immer weniger aktive Mitglieder und diese immer weniger Zeit, so dass man ab Mitte 2001 nicht mehr als „Taunus Torpedos“ auftrat, nachdem „Kassenwart Kaba“ mit der Clubkasse das Weite suchte. Man war weiterhin noch durch 1, 2 ständige Besucher vertreten, zu denen sich unregelmäßig immer wieder ein oder zwei ehemalige Mitstreiter auf dem Halberg gesellten.

Aber zurück zur Saison 99/00: Das Saisonfinale sollte mal wieder nervenaufreibend werden, denn am letzten Spieltag musste man in Karlsruhe gewinnen und auf einen Ausrutscher der Konkurrenz hoffen, damit man noch für die zweigleisige Regionalliga qualifiziert war. Wieder sind viele Weher Fans nach Karlsruhe gefahren, um das eigene Team zu unterstützen. Die erste Halbzeit verlief auch gut und zur Halbzeitpause war man „virtuell“ qualifiziert, da u.a. der FSV Frankfurt noch nicht führte. Das eigene Spiel wurde mit 1-2 knapp gewonnen und nun hoffte man auf die Spielergebnisse auf den anderen Plätzen. Leider gab es keine guten Nachrichten: Alles lief gegen uns und wir waren wieder abgestiegen. Aber noch auf der Rückfahrt machte im Fanbus zwei Nachrichten die Runde: Zum einen drohte dem FC Augsburg der Zwangsabstieg und zum anderen soll der FSV Frankfurt einen Wechselfehler begangen haben.

Ein Platz hätte der SV Wehen für die Relegationsrunde gut machen müssen und zwei Plätze hätte die direkte Qualifikation für die Regionalliga bedeutet, aber direkt nach dem 34. Spieltag war noch alles offen. Der Wechselfehler bestand darin, dass der Spieler Elton da Costa eingewechselt worden ist, der gar nicht auf dem Spielberichtsbogen stand. Der Verband verurteilte den FSV Frankfurt zu 500 DM Geldstrafe, aber der SV Wehen gab sich damit nicht zufrieden und legte Einspruch ein. In zweiter Instanz erkannte der Süddeutsche Fußball-Verband dem FSV Frankfurt die drei Punkte ab. Da auch Augsburg keine Lizenz bekam, war der SV Wehen doch noch gerettet.

Der FSV Frankfurt verlor die beiden Relegationsspiele gegen Jahn Regensburg mit 2-3 und 1-3 und stieg somit ab. Für die Fans des FSV Frankfurt war der Schuldige schnell gefunden: Hätte der SV Wehen nicht Protest eingelegt, hätten sie die Klasse gehalten. Ab sofort war eine neue Rivalität entstanden, die vor allem von Seiten der „Fans“ aus Bornheim gepflegt worden ist. Das Forum des SV Wehen musste sogar für kurze Zeit geschlossen werden. In der nächsten Saison traf der SV Wehen im Hessenpokal auf dem Halberg wieder auf den FSV Frankfurt. Das Spiel konnte erst in der Verlängerung, aber dann doch deutlich mit 5-1 gewonnen werden.

Am Rande kam es aber zu einer unschönen Szene: Als ein FSV Fan sich ein Bier holte und zurück in seinen Block wollte, hat er sich auf eine Diskussion mit Weher Fans eingelassen. Ein Bierbecher flog in seine Richtung und kurze Zeit später wollte der Bornheimer Mob das Tor zum Wehen Fanblock stürmen, was ihnen aber nicht gelang. Neben dieser Szene war das ganze Spiel von vielen gegenseitigen Anfeindungen geprägt. Da der FSV Frankfurt nach dieser Saison die Mannschaft komplett neu aufbaute, trennten beide Vereine für lange Zeit eine Klasse und die Rivalität legte sich vorerst wieder.

Taunus Torpedos 97“ – „Support Wehen 08

Die Taunus Torpedos: Teil 3. Die zweite RL-Saison / Fanfreundschaft mit den Braunauer Bulldogs

Posted in Aus der Fanszene on März 28, 2010 by Dexter

Hallo, liebe Fussballfreunde und Unterstützer des SV Wehen,

dies ist der dritte Artikel in der Serie über die erste aktive Zeit der Taunus Torpedos. Nach Nummer 1 und Nummer 2 widmen wir uns heute den Fragestellungen, warum man Wehen wählen sollte, wieso eine Salmonellenvergiftung auch was gutes haben kann und warum die Torpedos niemals „oarschwarm“ wurden.

Viel Spaß!

Euer Problembär.

3. Die zweite RL-Saison / Fanfreundschaft mit den Braunauer Bulldogs

Zum Umbau der neuen überdachten Tribüne stellte sich bei den Torpedos zur neuen Saison eine weitere „Auswärtssieg“-Zaunfahne von ca. 8 m Länge ein, die ähnlich wie die Taunus-Torpedos-Zaunfahne gehalten war, allerdings mit roter Schrift auf schwarzem Grund. Gerade auswärts belegte man jetzt zusammen mit einem kleineren „Hennethal“ Banner fast 20 Meter Werbebande!

Zum Spiel am Bundestagswahlwochende 1998 zierte ein von den Torpedos angefertigtes drei Meter großes „Wählt Wehen“ Plakat den Raum hinter dem Tor. Der absolute Höhepunkt in dieser Saison sollte aber am 07.11.98 folgen als die Torpedos sich um 6 Uhr morgens mit dem gewohnten 9-Mann-Brita Bus auf zum Auswärtsspiel nach Burghausen machten. Erst vor Ort hat man erfahren, dass das Spiel abgesagt worden ist, da der Großteil der Weher Mannschaft wegen einer Salmonellen-Vergiftung im Krankenhaus lag. Nachdem der Schock verdaut war und man sich davon überzeugt hatte, dass es sich nicht um einen Scherz der versteckten Kamera handelte, überlegte man, wie man das verkorkste Wochenende noch retten konnte. Nach kurzer demokratischer Abstimmung zwischen Salzburg und Braunau entschloss man sich das österreichische Zweitligaspiel zwischen der SV Braunau und Obi Wörgel zu besuchen. Den ursprünglichen Plan, den Gegner Wörgel zu unterstützen, der von exakt Null Fans begleitet wurde, gab man bald auf, da man sich recht schnell mit den Mitgliedern des  Fanclubs „Braunauer Bulldogs“ anfreundete.

Das Spiel wurde verloren, aber am Support lag es sicherlich nicht. Gemeinsam feuerten die Taunus Torpedos und die Braunauer Bulldogs die SV Braunau an, Torben gab alles und trommelte sich die Hände wund und am Ende zündete man noch gemeinsam etwas Rauch und ein oder zwei Bengalos. Die folgende Party ging bis in den Abend hinein und man versprach sich bald wieder zu besuchen. Die Torpedos machten das auch am 6. April 1999 anlässlich des österreichischem Cup-Viertelfinales gegen die SV Ried. Das Kommen der Taunus Torpedos wurde sogar im östereichischem Fernsehen und der Presse angekündigt und die Stimmung war wieder einmalig. In feinstem österreichischem Dialekt stimmte man gemeinsam „mir san koane oarschwarme Rieda“ an und dieses Mal ging die anschließende Feier bis tief in die Nacht.

Im Laufe der Saison wurde mit Genehmigung des Vereins, die ersten (ca. 20) Jaquard-Schals der Vereinsgeschichte hergestellt, die die dünnen meist einseitig bedruckten Baumwollschals ablösten. Er ist ein rot-schwarzer Balkenschal, der an beiden Enden das Vereinswappen ohne den Hessenpokalsieger-Ring zeigt. Als Schriftzug wurde in groß „SV WEHEN 1926“ und klein „Hessenpokalsieger 1988 und 1996“ gewählt. Man sieht ihn immer noch als treuen Begleiter der Fans aus der Halbergzeit.

Sportlich verlief die Saison insgesamt sehr positiv, denn die Mannschaft hielt sich die ganze Saison über im Mittelfeld auf und schonte somit die Nerven der Fans.

Taunus Torpedos 97“ – „Support Wehen 08

Die Taunus Torpedos: Teil 2. Gründung des Fanclubs Taunus Torpedos

Posted in Aus der Fanszene on März 28, 2010 by Klaus-Martin Scheuer

Hallo, liebe Fussballfreunde und Unterstützer des SV Wehen,

wir hoffen, Euch hat der erste Artikel über die Zeit vor den Taunus Torpedos gefallen. Es folgt nun die Geschichte der Gründung der Torpedos, der zweiten Regionalligasaison 97/98 (94/95 stieg man sang- und klanglos auf dem vorletzten Platz der neugegründeten Regionalliga ab) und des „Wunders“ von Ditzingen.

Viel Spaß!

Euer Problembär.

2. Gründung des Fanclubs Taunus Torpedos

Noch vor dem Start der neuen Saison beschlossen einige Wehen Fans einen neuen Fanclub zu gründen. Bei einem gemütlichen Zusammensitzen im „Kutscher-Eck“ in Hahn einigte man sich schnell auf den Namen „Taunus Torpedos“ und beschloss u.a. die Einführung einer Fanclub-Kasse zur Finanzierung von Zaunfahnen und Pyrotechnik. Zum ersten Heimspiel konnte man somit schon mit der allseits bekannten 10,50 m langen Taunus-Torpedos-Zaunfahne überzeugen.

Gegner in dieser Saison waren u.a. Kickers Offenbach, Darmstadt 98, Waldhof Mannheim, FC Augsburg, SSV Reutlingen und der SSV Ulm. Die Mitgliederzahl der Torpedos wuchs schon in der ersten Saison von 5-6 auf ungefähr 15-20 an. Genaue Zahlen existieren nicht, da alles vollkommen zwanglos und unbürokratisch abgelaufen ist: Es gab keine Gründungsurkunde, keine verbindlichen Mitgliedsbeiträge und man brauchte z.B. auch keinen Mitgliedsantrag auszufüllen.

Die Zusammenarbeit mit dem Verein war eigentlich immer vorbildlich. Besonders bemerkenswert war, dass zu Auswärtsspielen immer wenigstens ein 9-Mann-Brita-Bus zur Verfügung gestellt worden ist, der direkt auf dem Brita-Gelände abgeholt werden konnte. (Pförtner: „Ja, was wollen Sie?“, „Äh, Fussball!“, „Alles klar, kommt rein!“). Überhaupt war die Resonanz auf den neuen Fanclub fast ausnahmslos positiv.

Pyro war ab sofort ein ständiger Begleiter auf Auswärtsfahrten, der Support wurde durch ständiges Einführen neuer Lieder deutlich kreativer! Explizit sei hier einmal „Kaba“ erwähnt für den „Schlumpf-Song“ und das Umdichten vieler deutscher Schlager auf den SV Wehen. Ulle und Torben begleiteten an den Trommeln, das Galaxy-Trommeln kam mehr und mehr zur Geltung. Die Auswärtsfahrten waren oft ein Erlebnis und man war eigentlich immer ein gern gesehener Gast.

Am Ende sollte das letzte Spiel in Ditzingen über den Klassenerhalt entscheiden. Nur bei einem Sieg hätte man sicher die Klasse gehalten und deshalb machte sich eine Rekordzahl an Wehen-Fans auf  ins Schwabenland (ein großer und ein kleiner Bus voll plus mehrere PKWs). Der Support war erwartungsgemäß gut und es konnte dank einer frühen Führung schon bald gefeiert werden. Mitte der zweiten Halbzeit kamen auch einige Eltern mit ihren Kindern zu den Weher Fans rüber, um die Party näher verfolgen zu können. Das Spiel wurde mit 0-2 gewonnen und ca. 15 Minuten vor Schluss hielt es die Torpedos nicht mehr in ihrem Block und eine Polonaise durchs ganze Stadion wurde gestartet. Da an diesem letzten Spieltag alle Mannschaften, die in der Tabelle unten standen, gewonnen haben, ist das spielfreie Darmstadt 98 abgestiegen, was zusammen mit den Ditzinger Fans, die einiges an Reparaturen nach dem Besuch der „Lilien“ zu beklagen hatten, auch noch gefeiert worden ist.

Taunus Torpedos 97“ – „Support Wehen 08

Die Taunus Torpedos: Teil 1. Die Zeit vor den Taunus Torpedos

Posted in Aus der Fanszene on März 28, 2010 by Klaus-Martin Scheuer

Hallo, liebe Fussballfreunde und Unterstützer des SV Wehen,

mit diesem Artikel und den folgenden kommen wir einem oft geäußerten Wunsch nach einer Beschreibung der ersten aktiven Zeit der Taunus Torpedos und der Fanszene des SV Wehen von den 80ern bis 2001 nach. Hiermit möchten wir den jüngeren Fans die Möglichkeit geben, etwas aus der Vergangeheit des SV Wehen und seinen Fans zu erfahren. Die Mitstreiter aus vergangenen Tagen werden zwar wenig neues geboten bekommen, sie können jedoch noch etwas in Erinnerungen schwelgen und bei der ein oder anderen Anekdote mitschmunzeln. Die Artikel legen keinen großen Wert auf Vollständigkeit, sondern stellen eine lose Sammlung aus einer ereignisreichen Zeit dar, die wir sorgfältig herausgepickt haben, um die wichtigsten Zusammenhänge zu beschreiben und einen Einblick in die damalige Zeit zu gewähren. Einige wichtige Begebenheiten aus dieser Periode gehören auch zu den heute noch hier und da erwähnten Psychopathen ’99, die wir nur aus aus unserem Blickwinkel anreißen können. Für genauere Infos dazu sei an dieser Stelle an die Psychos verwiesen.

Großer Dank gilt an dieser Stelle Thomas (Alter Sack), der den Großteil des Textes lieferte und über ein super Gedächtnis verfügt. Weiterhin haben Ulle und Klaus-Martin (Problembär Bruno) mitgewirkt. Nun viel Spass mit dem ersten Teil.

Euer Problembär.

1. Die Zeit vor den Taunus Torpedos

Schon in den 80er Jahren existierte auf dem Weher Halberg eine erste Fankultur: So trieb man z.B. eine Kuh mit Glocke um den Hals zu jedem Heimspiel auf den Berg hinauf. Mit dem Aufstieg in die Oberliga Hessen im Jahr 1989 entwickelte sich beim SV Wehen auch die erste halbwegs organisierte Fanszene. Während Leute wie Ulle mehr oder weniger freiwillig seit Geburt auf den Halberg geschleppt worden sind, war das Achtelfinale im DFB-Pokal gegen Kaiserslautern (im alten Wiesbadener „Stadion an der Berliner Straße“) sowie der darauf folgende Aufstieg in die Oberliga Hessen der erste Kontakt von vielen späteren Torpedos Mitgliedern mit dem SV Wehen.

Schon damals gab es übrigens einen Fanclub der sich „Die Falken“ nannte und durch den Spruch „der Eintracht Adler ist müde, er fliegt lange schon nicht mehr. Die Weher Falken fliegen weiter und es werden immer mehr!“ einiges an Selbstironie (oder Größenwahnsinn?) ausdrückte und den typischen Support der 80er und 90er Jahre zelebrierte. Vom 1. FCK gekommen sorgte „Manolo“ als fleißiger Trommler bis zu seinem Freitod für Aufsehen auf dem Halberg. Schon zu dieser Zeit gab es bereits Anfeuerungsrufe, kleinere Fanartikel wurden produziert (Pins, Aufkleber u.ä.) und es gab zwei selbst gebaute elektronische Sirenen, die anfangs noch für Aufsehen sorgten, allerdings mit zunehmenden Jahren immer mehr die Leute nervten. Zusätzlich kam neben den batteriebetriebenen Sirenen eine nicht minder nervige tragbare Feuerwehrsirene zum Einsatz, die sogenannte „Eul“, die per Kurbel bedient wurde.

Einige Gründungsmitglieder der Torpedos standen schon damals im Wehen Fanblock und waren somit Bestandteil dieser kleinen Fanszene, zu der z.B. auch schon Linda und Wim gehörten. Zum Support gehörte bald auch eine sehr große Schwenkfahne, die Ulle bei jedem Wetter und unter Einsatz aller seiner Kräfte schwenkte. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll das Schwenken dieser Fahne, verbunden mit lauten „Achtung, Kopf einziehen!“ Rufen, nicht bei jedem Wehen Anhänger auf Gegenliebe gestoßen sein.

Schon in der ersten Oberligasaison traf man auf die Offenbacher Kicker. Das erste Spiel fand bereits nach wenigen Spieltagen auf dem Bieberer Berg statt: Statt vor maximal 1.000 Zuschauern spielte der SV Wehen vor einer Kulisse von fast 10.000 Zuschauern, die den SV Wehen Fans nicht ausnahmslos freundlich gesonnen waren: Es kam damals schon zu einzelnen Verfolgungsjagden zwischen OFC „Fans“ und Wehen Supportern in und außerhalb des Stadions. Das Thema Schutz aller auswärtigen Fans wurde vom OFC über Jahre konsequent ignoriert und nur bei Risikospielen wie gegen Frankfurt, Darmstadt oder Mannheim wirklich ernst genommen! In den folgenden Jahren waren die Begegnungen mit dem OFC immer der Höhepunkt der Saison. Oft herrschte bei Heimspielen der absolute Ausnahmezustand, da über 1.000 OFC Anhänger auf den kleinen Halberg wollten. Zwar ist es während der Spiele dank eines massiven Polizeiaufgebots zu keinen nennenswerten Vorfällen gekommen, aber einzelne Zwischenfälle inklusive Verfolgungsjagden bis nach Taunusstein Neuhof blieben vor und vor allem nach den Spielen leider nicht aus.

Neben dem OFC kam es auch zu ersten Begegnungen mit Darmstadt und dem FSV Frankfurt, die aber durchaus weniger brisant verliefen. Zu erwähnen ist natürlich noch die Rivalität mit dem SV Wiesbaden, der bis 1994 zusammen mit dem SV Wehen in der Oberliga spielte, bis er durch einen Konkurs von ganz unten wieder anfangen musste. Sportlich hielt sich der SV Wehen zwischen 1989 und 1994 souverän in  der Oberliga, bis 1994 die Regionalliga Süd eingeführt worden ist. Dank der 3-Jahreswertung qualifizierte sich der SV Wehen trotz eines tollen dritten Platzes eigentlich nicht für diese Regionalliga. Da der FSV Frankfurt aber überraschend in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist, rückte man doch noch nach. Leider hatte man sich schon auf die nächste Oberligasaison eingestellt und für Verstärkungen war es zu spät, was zur Folge hatte, dass man sang- und klanglos wieder abgestiegen ist. Der erste richtige Rückschlag für den SV Wehen, aber nicht unbedingt für die SV Wehen Fanszene.

Spätere Torpedos Mitglieder brachten sich immer mehr aktiv in die Fanszene ein. Nach einem durchwachsenen Jahr in der Oberliga folgte 1996/1997 eine legendäre Oberligasaison, die so schnell niemand vergessen sollte: Aus einer super Mannschaft ragten vor allem Thomas Reichenberger, Thomas Zampach und  Tom Stohn heraus. Aber auch Nazir Saridogan, Michael Sauer, Frank Wilde, Mounir Zitouni, Sven Zaltenbach, der Kapitän Michael „Schorsch“ Müller und ein kürzlich zurückgekehrter Bernhard Raab gehörten zum Kader. Man feierte 1996 den zweiten Hessenpokalsieg nach 1988, der den Taunus Torpedos Zaltenbachs „Biene Maja“ Trikot mit der Nummer 12 bescherte. Für Stimmung auf dem Halberg sorgte nun vermehrt der bekannte „Meggi“, der mit Trommel und lustigen Schlachtrufen (heute absolute Klassiker), Fussballatmosphäre aufkommen ließ.

Auch in dieser Saison spielte man wieder gegen die Offenbacher Kickers, den langjährigen Weggefährten und Rivalen des SV Wehen: Das Heimspiel am 6. Spieltag gewann der SV Wehen mit 1-0 und war somit immer noch ohne Gegentor, und das Rückspiel endete 1-1 und ging in die Geschichte ein als erstes Viertligaspiel, das in voller Länge im deutschen Fernsehen gezeigt worden ist. Lange lieferte man sich mit dem OFC einen heißen Kampf um die Tabellenspitze, wobei der SV Wehen vom 2. bis zum letzten Spieltag immer den ersten Tabellenplatz belegte. Am 32. Spieltag gab es ein nervenaufreibendes Spiel in Würges, bei dem vor allem der Support der Weher Fans stark war: Zwei von späteren Torpedos Mitgliedern gezündete Bengalos, Dauersupport der eigenen Mannschaft trotz langem 2-1 Rückstand und  ein angemessen gefeierter 2-4 Auswärtssieg mit Meisterschale sind dabei besonders hervorzuheben.

Die Entscheidung fiel im Spiel gegen Gießen auf dem Halberg. Mit 3:1 wurde klar gewonnen, nach dem Abpfiff gab es kein Halten mehr, die Fans stürmten auf den Platz. Klaus-Martin hatte umgelabelten „Wehen Aufstiegssekt“ und einen Satz an „Aufstiegs“ T-Shirts mit, die mit dem Abpfiff reißenden Absatz fanden. Am Ende stieg der SV Wehen souverän in die Regionalliga auf: 109 geschossene Tore bei 23 Gegentoren (ein Torverhältnis von +86!) und 83 Punkte in 34 Spielen sprechen dabei eine sehr deutliche Sprache! Die Aufstiegsfeier, bei der man mit zwei gestellten Traktoren durch Wehen zog (auf dem ersten die Mannschaft, auf dem zweiten die Fans), der Präsident Heinz Hankammer  hochoben winkend an vorderster Front mit dem Spruch „Das ist ja der Han(k)ammer!“ und Torben (ein späteres Torpedos Mitglied) mit seinem Auto den alten „Galaxy“-Rhythmus hupend hinterher gefahren ist, bleibt natürlich auch ein unvergessenes Erlebnis!

Taunus Torpedos 97“ – „Support Wehen 08

Fanaufruf der Fanszene!

Posted in Aus der Fanszene on März 10, 2010 by Dexter

!!! ACHTUNG !!!

AUFRUF ZUM PROTEST der gesamten Fanszene!!!

Alle zur Zwoten; gemeinsam Stellung beziehen!

Nachdem in unserem Sportverein in den letzten Monaten und Jahren das große Durcheinander herrscht (Geschäftsstelle, Trainerwechsel, etc.), was in allen Bereichen zu sehen ist und sich offensichtlich auch auf die Spieler und damit unsere sportliche Situation auswirkt, rufen wir alle Supporter, Fans und Freunde des SV Wehen Wiesbaden dazu auf zum sichtbaren und lauten Protest am Sonntag gemeinsam zur Zwoten zu gehen (14 Uhr – Treffpunkt 13 Uhr im Block).

Hier wollen wir gemeinsam zeigen, dass wir zu unserem SV stehen!

Hier wollen wir zeigen, dass wir unseren Verein auch weiter lautstark unterstützen!

Hier wollen wir aber auch und insbesondere zeigen, dass wir mit der Situation absolut unzufrieden sind und das wir nicht gewillt sind die ewig gleichen Phrasen aller Vereinsangehörigen, sowie die unprofessionelle Vereinsführung zu akzeptieren!

Wichtig dabei ist, dass unser Protest laut und deutlich ist! Dafür ist es wichtig, dass so viele wie möglich sich dem gemeinsamen Protest anschließen.

Wir werden uns unsere Liebe – unseren Verein – nicht einfach so kaputt machen lassen!

Gegen das Söldnertum und die lieblosen Vereinsangehörigen!


„Allianz Wiesbaden“„Supremus Dilectio“„Support Wehen“

– SW08